31. August 2009
Kein Herzschlagfinale
Sonja Schemmann siegt deutlich vor Lothar Fink

Nordwalde. Sonja Schemmann ließ lange auf sich warten. Der letzte Wahlbezirk war schon ausgezählt, als die Bürgermeisterkandidatin von CDU und FDP das proppenvolle KvG-Forum betrat. Der Jubel unter ihren Anhängern - und die waren eindeutig in der Überzahl - war umso größer. Mit 55,8 Prozent hatte die 44-Jährige die Wahl um die Brockmeyer-Nachfolge für sich entschieden. Und danach hatte es anfangs nicht ausgesehen. Denn nach Auszählung der ersten beiden Stimmbezirke lag sie nur hauchdünn vorne. Doch aus dem vielfach prognostizierten Herzschlagfinale wurde nichts.
„Ich freu mich natürlich riesig“, sagte Schemmann, nachdem sie über eine Stunde mit Händeschütteln und Umarmungen zugebracht hatte. Die Schlange der Gratulanten wollte kein Ende nehmen. In die hatte sich auch Lothar Fink eingereiht. „Ich wünsche Ihnen alles Gute und ein glückliches Händchen“, zeigte sich der Kandidat von SPD, UWG und Grünen als fairer Verlierer. Aus seiner Enttäuschung machte er dennoch keinen Hehl. „Wie haben alles gegeben, gekämpft und uns größere Chancen ausgerechnet. Das Ergebnis ist schon bitter“, ließ Fink in sein Gefühlsleben blicken.
SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Ulrich Rhein zeigte sich ebenfalls enttäuscht und konnte es noch nicht so recht fassen: „Nordwalde hätte von Lothar Fink profitiert. Sonja Schemmann hat mehr Stimmen bekommen, als ihre eigenen Leute erwartet hatten.“ Das sah CDU-Fraktionsvorsitzender Willi Volpers natürlich anders: „Ich habe immer gesagt, sie bekommt 55 Prozent. Und das hat sie jetzt auch geschafft.“ Nach der Anspannung der vergangenen Wochen und Monate war ihm und dem CDU-Ortsvorsitzenden Oliver Hordt die Erleichterung deutlich anzumerken.
Bei der Wahl zum Gemeinderat holte die CDU zwölf von 13 Direktmandaten. Maren Bals war die einzige CDU-Direktkandidiatin, die ihren Wahlkreis (9) abgab: an Christian Büchter (SPD). Über die Liste kommt Bals allerdings dennoch in den Rat, in dem die CDU (48,7 Prozent) künftig einen Sitz weniger hat als bislang. „3,5 Prozentpunkte weniger sind schon viel. Aber wir waren letztes Mal auch sehr gut“, kommentierte Volpers die Verluste. Zulegen konnte die SPD (plus 1,4 Prozentpunkte), die jetzt sechs statt bislang fünf Sitze hat.
Nach dem vorläufigen Ergebnis von gestern Abend bleibt es bei den anderen Parteien wie gehabt: Die UWG (11,7 Prozent) erhält drei Sitze, FDP (9,3 Prozent) und Grüne (7,8 Prozent) jeweils zwei. UWG-Fraktionsvorsitzender Ludwig Reichert hatte mehr erwartet: „Aber die anderen waren anscheinend besser. Jetzt müssen wir schauen, woran es gelegen hat.“ Friedrich Lohölter war vor allem enttäuscht, dass Lothar Fink es nicht geschafft hatte.
FDP-Fraktionschef Heinz-Dieter Lüning zeigte sich mit einem Plus von 2,9 Prozentpunkten gut zufrieden und sah sogar die Möglichkeit, dass die FDP noch ein dritten Sitz bekommt: „Wir müssen das Endergebnis abwarten.“
Quelle: Westfälische Nachrichten
