30. Juli 2009
Am Ende wurde es knapp
Landrat Thomas Kubendorff verbindet deftige Küche mit Zielen für den Kreis

Nordwalde. Gemessen an den vielen Kochsendungen im Fernsehen sind die Deutschen ein Volk von unzähligen Hobby- und Profiköchen. Landrat Thomas Kubendorff zählt sich allerdings nicht zu dieser Klientel. Das gibt er offen zu. Im weißen Hemd mit vorgebundener Kochschürze gibt er zwischen Rathaus und Kirche trotzdem eine gute Figur ab. Im halboffenen Zelt schnibbelt er fleißig Zwiebeln und Mettenden - ohne zu heulen und ohne sich zu verletzen. Und Muße zum Reden hat er auch noch: „Die Umgehungsstraße kommt, ganz sicher."
Am Dienstagabend startet der Landrat in Nordwalde seine Wahlkampftour „Kubendorffs Rezepte" für den Kreis Steinfurt, verbindet Kulinarisches mit Politik. Unterstützt und interviewt wird er dabei von Bürgermeisterkandidatin Sonja Schemmann, die Kochen auch nicht gerade zu ihren Stärken zählt. Es duftet trotzdem gut, das Wetter spielt mit und die Leute stehen Schlange.
Kubendorff und Schemmann servieren neben „Pfund auf Pfund" (so heißt das Pfannengericht) ihre Positionen zu aktuellen Themen aus Nordwalde und dem Kreis. Ein bisschen FMO, eine Prise Wirtschaftsförderung und noch ein Schuss Umgehungsstraße. Dazu gibt's nebenm dem Pfannengericht noch bernsteinfarbenes Rolinck. Die Mischung kommt an. Kubendorff weiß: „Nur mit einem Rednerpult lockt man heute doch keinen mehr an." Dass die große Pfanne trotz eines zweiten Durchgangs schneller leer ist, als alle Gäste versorgt sind, nimmt ihm keiner krumm.
„Das war die Premiere und wir haben nur mit 100 Leuten gerechnet. Das genaue Kalkulieren müssen wir noch lernen", gesteht der Landrat und erklärt damit, warum es gut vier Wochen vor der Wahl - rein essenstechnisch - noch nicht ganz reicht. Statt „Pfund auf Pfunf" verteilt Kubendorff anschließend Baguette, davon gibt es noch reichlich, sowie Flyer mit dem Rezept des deftigen Pfannengerichts. Ein Trost für alle, die an diesem Abend nicht in den Genuss der Kubendorffschen und Schemmannschen Kochkünste kamen. Aber nur ein kleiner Trost, denn Papier ist schließlich geduldig.
Quelle: Westfälische Nachrichten
