Nordwalde. Die Nordwalder CDU geht mit Sonja Schemmann an der Spitze in die Kommunalwahl 2009. Parteivorsitzender Willi Volpers stellte die Kreistagsabgeordnete gestern als CDU-Kandidatin für das Bürgermeisteramt vor. Am Donnerstagabend hatten sich Parteivorstand und Fraktion einmütig für die 43-Jährige ausgesprochen. Dass sich auch die Basis bei der Mitgliederversammlung Ende Oktober für Schemmann ausspricht, ist so gut wie sicher.
Bereits seit über einem Jahr sind die Christdemokraten auf der Suche nach einem potenziellen Nachfolger für Dietmar Brockmeyer, der nicht mehr antreten wird. „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit Sonja Schemmann einen gute und geeignete Kandidatin gefunden haben. Sie ist aufrichtig, kompetent und bürgernah“, betonte Volpers beim Gesprächstermin in der WN-Redaktion. Und fügte gleich hinzu: „Wir sind ebenso überzeugt davon, dass wir mit ihr die Wahl gewinnen werden.“ Das ist die designierte Kandidatin selbst auch: „Sonst würde ich auch nicht antreten.“
Sonja Schemmann ist Mutter von vier Kindern und kam vor 23 Jahren mit ihrem Mann nach Nordwalde. Gemeinsam bewirtschaften sie ein landwirtschaftliches Unternehmen in der Feldbauerschaft. Nach dem Abitur hatte sie zunächst eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten absolviert und war bis 1991 in diesem Beruf tätig. Von 1991 bis 2000 war sie in der Wohnungsverwaltung tätig und zu Hause auf dem Hof ist sie für die Buchführung zuständig. „Die Erfahrung kommt mir beim Neuen Kommunale Finanzmanagement natürlich zugute.“ Daneben war für die CDU aber auch die bislang geleistete politische Arbeit der entscheidende Grund, sich für Sonja Schemmann zu entscheiden. Erfahrung hat sie im Gemeinderat gesammelt und im Kreistag, in dem sie seit 2004 sitzt, sowie durch ihre Mitgliedschaft in diversen Partei- und politischen Gremien.
Sollte sie gewählt werden und 2009 Dietmar Brockmeyer ablösen, will sie einige Punkte mit Nachdruck verfolgen. „Dazu gehört die Umgestaltung der Ortsmitte und die Schaffung weiterer Gewerbeflächen. Aber auch die Sportstättensituation muss mit den Vereinen geklärt werden.“ Und bei diesem Punkt wird sie gleich konkret. „Reiter und Fußballer passen nicht zusammen, das hat sich vielerorts gezeigt“, kritisiert sie die geplante gemeinsame Verlagerung von Sportplatz und Reithalle auf die andere Seite des Dorfes. Bis zur Mitgliederversammlung will sie gemeinsam mit der Führung ein Wahlprogramm erarbeitet haben.
Da Sonja Schemmann überzeugt ist, dass sie in knapp zwölf Monaten den Chefsessel im Rathaus erobert, hat sie sich die Unterstützung ihrer Familie bereits gesichert – und die Buchführung des heimischen Betriebes in externe Hände abgegeben. „In den kommenden Monaten werde ich diverse Seminare besuchen und mich auf die Verwaltungsaufgaben vorbereiten.“ Dabei sieht sie die Verwaltungstätigkeit im Rathaus gar nicht als Hauptaufgabe des Bürgermeisters an. Der – beziehungsweise die Bürgermeisterin – „sollte viel mehr Motor sein“.
Beworben hat sich die erfahrene Kommunalpolitikerin übrigens nicht. Es waren ihre Parteifreunde, die an sie herangetreten sind. Willi Volpers: „Aus der Bevölkerung wurde vielfach der Wunsch an uns herangetragen, Sonja Schemmann für dieses Amt aufzustellen.“ Und die Umworbene gesteht ganz offen: „Gefreut haben ich mich natürlich sehr darüber.“
Quelle: Westfälische Nachrichten

