DIENSTAG, 7. FEBRUAR 2012, 19 UHR, RATHAUS

HAUPT- UND FINANZAUSSCHUSS

22. Dezember 2009

Keine Lust mehr auf Fressen und Milchgeben

Weihnachtsmärchen der Nordwalder CDU-Frauenunion

 

Nordwalde. Was für eine blöde Frage. Wieso wohl fanden Tom und Jarina „Willi Wackelzahn“ im vergangenen Jahr so gut? „Na, weil er doch so frech war“, helfen der Sieben- und die Vierjährige dem Fragesteller auf die Sprünge und lächeln schelmisch in Erwartung der frischen Waffeln, die Frank und Edita Waterkamp ihren Kleinen von hinten anreichen und ihnen damit den Nachmittag noch einmal so richtig versüßen.

 

Tom und Jarina sind nicht die einzigen Stammgäste, die beim Weihnachtstheater der Frauenunion Jahr für Jahr mit dabei sind. Bei vielen Familien ist der Sonntag vor Weihnachten immer wieder vorgemerkt. „Das ist schon längst Tradition“, weiß Mechthild Lenfort, die eine Eintrittskarte nach der anderen unters Volk bringt. Frank und Edita Waterkamp wissen auch ganz genau, wieso das so ist: „Es ist einfach sehr kindgerecht“, meinen die beiden Eltern: „Das perfekte Geschenk für den Adventskalender.“

 

Das haben schon Eltern so gesehen, da waren Tom und Jarina nicht einmal in Planung. 25 Jahre ist es her, dass die Freilichtbühne Reckenfeld ihre „Wintersaison“ startete und seitdem die Kinder rundum Reckenfeld kurz vor Weihnachten verzaubert. „Seit dem ersten Jahr sind wir mit dabei“, erzählt Mechthild Lenfort stolz. Erst bei Kordt, und dann, als die KvG-Haupt- zu einer Gesamtschule wurde, im KvG-Forum. „Eine echte Erfolgsgeschichte“, meint Lenfort, die schon im ersten Jahr über 300 Besucher zählte. An diesem Sonntag sollen es an die 500 werden.

 

Das alles interessiert die Kinder natürlich nicht. Sie sind gekommen, um das „Muhsical“ zu sehen: „Die Kuh, die wollt ins Kino gehn“. Das gefällt den Kleinen. Eine Kuh, die keine Lust mehr darauf hat, nur dumm herumzustehen, zu fressen, zu kauen und Milch zu geben. Die sich zu etwas Höherem berufen fühlt, sich nie mit ihren ignoranten Mitkühen gleichsetzen würde. Und deshalb ihre sieben Sachen packt, türmt und sich aufmacht in die große Stadt, durch den dichten Wald vorbei an verwirrten Bäumen und zwei Knödeln, die sie zwar veralbern - aber wenigstens nicht zur Schlachtbank führen wollen wie der Metzger, der ihr natürlich gerne den Weg zeigt.

 

Eine bunte, turbulente Geschichte perfekt für Kinder und nicht ganz einfach zu spielen für die nur sieben Schauspieler der Freilichtbühne, die meist in mehreren Rollen gleichzeitig stecken. Claudia Peters als Putzfrau, Bäuerin, Plakatiererin, Bühnenmeisterin und Bauer; Stefan Erdmann als Platzanweiser, Baum, Bühnenmeister und Bauer; Ulli Teitz als Zeitungsverkäufer, Zuschauer, Kuh und Metzger, Autofahrer, Bettler und Bankräuber; Carsten Wähning als Kinokassierer, Platzanweiser und Kuh; Brigitte Böckers als Rosa Roller, Knödel, Kuh und Platzanweiser sowie Kirsten Gaß als Dame. Nur sie selbst behielten da noch den Überblick.

 

Und allen voran natürlich Petra Niepel als Souffleuse und die Kuh, die von der Wiese in die Stadt will - und dabei zwar nicht so frech, aber genauso lustig ist wie „Willi Wackelzahn“.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten