DIENSTAG, 7. FEBRUAR 2012, 19 UHR, RATHAUS

HAUPT- UND FINANZAUSSCHUSS

17. August 2009

„Keine falsche Bescheidenheit“

Politischer Frühschoppen am „Brandenburger Tor“


Nordwalde. Am Ende rückt die Kommunalwahl und damit die Bürgermeisterfrage noch einmal ins Zentrum des politischen Frühschoppens am „Brandenburger Tor“, mit dem die CDU gestern ihren Endspurt im Wahlkampf einläutete: Im Dorf höre man immer wieder, sie könne keine Verwaltung führen, weil sie das nicht gelernt habe, meint ein Diskussionsteilnehmer. Außerdem, dass im Falle ihrer Wahl eine weitere Fachkraft eingestellt werden müsse. „Was, Frau Schemmann, ist da dran und was wollen sie machen?“


„Ich verstehe das Rathaus nicht als Verwaltung, sondern als Dienstleistungsunternehmen“, reagiert CDU-Bürgermeisterkandidatin Sonja Schemmann gelassen auf die Fragen. „Und mit Unternehmen kenne ich mich aus.“ Aufgrund ihrer Ausbildung und beruflichen Erfahrung im eigenen Unternehmen könne sie die Kämmerei theoretisch selbst übernehmen. „Aber das gehört nicht zu den Aufgaben einer Bürgermeisterin“, betonte die Kandidatin.

 

Eine zusätzliche Kraft werde nicht eingestellt. Viel mehr stünde bald eine Stelle zur Verfügung, weil Kämmerer Egon Meier in den Ruhestand gehe, sie das Rathaus umstrukturieren und auch die Kämmerei anders organisieren wolle. Wie die frei werdende Stelle besetzt werden soll, konnte Sonja Schemmann gestern nicht sagen: „Natürlich habe ich schon eine Idee, aber ich will das mit den Mitarbeitern zusammen entscheiden.“

Vor der Podiumsdiskussion, bei der Sonja Schemmann mit NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann, der Landtagsabgeordneten Hannelore Brüning und Landrat Thomas Kubendorff Rede und Antwort stand, trug die Kandidatin noch einmal ihr Wahlprogramm vor. „Wir können auf unsere Vereinslandschaft, die breit aufgestellte Wirtschaft und die Werbegemeinschaft stolz sein“, sagte Schemmann: „Schluss mit der falschen Bescheidenheit.“

Sie wolle die Entschuldung vorantreiben und zukünftig in der Verwaltung Ausbildungsplätze schaffen: „Wenn wir das von Unternehmen verlangen, müssen wir selbst etwas tun“, meinte die Kandidatin, die die Wirtschaftsförderung zur Chefsache machen und sich dafür einsetzen will, dass noch in diesem Jahr bei der Umgehungsstraße der erste Spatenstich erfolgt. Um das Ehrenamt zu fördern, denkt die Kandidatin über Anreize wie Gutscheine oder andere Vergünstigungen nach.

Landrat Thomas Kubendorff befasste sich mit dem Entwicklungsprogramm des Kreises, mit dem die Herausforderungen durch Globalisierung, Ressourcenverknappung und demografischem Wandel bewältigt werden sollen. NRW-Minister Laumann ging auf die Folgen der Wirtschaftskrise für Kommunen wie Nordwalde, wo bereits fünf Unternehmen Kurzarbeit machen, ein: „Die Zeiten mögen schon mal schlecht gewesen sein. Aber so eine Entwicklung, wie sie jetzt auf uns zukommt, hat es noch nie gegeben.“

 

Quelle: Westfälische Nachrichten