DIENSTAG, 7. FEBRUAR 2012, 19 UHR, RATHAUS

HAUPT- UND FINANZAUSSCHUSS

10. Oktober 2000

Unterschriften waren kaum noch zu zählen

Aktionsstand gegen Rechts auf Initiative des CDU-Ortsverbandes

Nordwalde. Ein roter, ein schwarzer, ein gelber und ein grüner Sonnenschirm stehen auf dem Marktplatz. Davor ein Informationsstand, um den sich Mitglieder von CDU, SPD, UWG, FDP und den Grünen scharen. Ein seltener Anblick, der sich da während des Wochenmarktes bot. Ginge es um Wahlkampf und Parteienwerbung wäre ein solch harmonisches Bild wohl nicht zustande gekommen. In diesem Fall zog aber die Redewendung: „Nur gemeinsam sind wir stark.“

 

Nach dem Pilotprojekt „Aktion gegen Rechts“ des SC Nordwalde folgte jetzt der nächste Schritt gegen Fremdenfeindlichkeit in Nordwalde. Mit einer Unterschriftenaktion wollten auch die im Rat vertretenden Parteien die Bürger auf das Thema „Ausländerhass“ aufmerksam machen.

 

Die neu aufkeimende Diskriminierung und Gewalt gegen Ausländer haben den Anstoß zu der gemeinsamen Aktion gegeben. Die Nordwalder CDU hatte das Heft in die Hand genommen und die anderen Parteien zu einer solidarischen Aktion aufgerufen. SPD, UWG, FDP und Grüne ließen sich da nicht lange bitten. Auch Bürgermeister Dietmar Brockmeyer und die beiden Altbürgermeister Leo Dömer (CDU) und Bernie Schriewer (SPD) waren am Samstag zum Marktplatz gekommen. Neben der Unterschriftenaktion verteilten sie und ihre Mitstreiter Informationsmaterial des Innenministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen an die Bürger.

 

„NRW gegen Rechts“ nennt sich die landesweite Aktion, mit der unter anderem Regierungspräsident Jörg Twenhöven zu „Demokratie und Toleranz“ in der Gesellschaft aufruft. Dabei geht es in erster Linie darum, dass die Menschen Zivilcourage zeigen und sich gegen Gewalt und Rassismus stark machen. Wertvolle Tipps im Umgang mit Fremdenfeindlichen und dessen Verhalten in der Öffentlichkeit beinhaltet das mehrseitige Informationsmaterial. „Die Bürger gehen offen damit um“, bestätigten Dietmar Brockmeyer und Hermann Henke (CDU) das Interesse der Nordwalder für die ortsinterne Aktion. Am Ende habe man die Unterschriften gar nicht mehr mitzählen können, bekräftigten dann auch die übrigen Kommunalpolitiker den guten Zuspruch der Bürger auf die Aktion.

 

Für die Zukunft sei auf jeden Fall eine Fortsetzung der „Aktion gegen Rechts“ geplant, teilte der Bürgermeister mit. Erster Termin sei der 28. Oktober. Alle Teilnehmer des Allerheiligenlaufes werden ein spezielles Trikot erhalten. Ein darauf aufgedrucktes Logo – das ebenfalls vorgestellt wurde – soll symbolisch gegen rechte Gewalt stehen. Desweiteren möchte Bürgermeister Dietmar Brockmeyer neben den hiesigen Vereinen auch die Schulen ansprechen und sie aktiv an der „Aktion gegen Rechts“ beteiligen. Fördermittel stünden vom Land zur Verfügung.

 

Ausserdem wolle man auf der nächsten Ratssitzung über eine Resolution zum Thema Fremdenfeindlichkeit debattieren, erklärte anschließend CDU-Ortsverbandsvorsitzender und Initiator Hermann Henke.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten