04. September 2009
„Ich freu' mich einfach drauf“
Sonja Schemmann tritt am 21. Oktober ihr Amt als Bürgermeisterin an

Nordwalde. Die Wahlnacht hat Sonja Schemmann gut verkraftet. Bis zwei Uhr im Brandenburger Tor, anschließend ging es in Schemmanns Küche weiter. Und als der letzte ging, krähten in der Feldbauerschaft schon die Hähne. Da hatten NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann, Landrat Thomas Kubendorff, der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling und Wettringens Bürgermeister Engelbert Rauen längst gratuliert. „Und die vergangenen Tage hat oft das Telefon geklingelt, es sind Mails und Briefe gekommen“, freut sich die neue Bürgermeisterin, die am 21. Oktober ihr Amt antreten wird, über den großen Zuspruch.
Vielleicht lag der Erfolg ja auch ein ganz klein bisschen an dem Frühstückstisch, den ihre Kinder am Wahlsonntag gedeckt hatten. „Da lagen ein Glücksarmband und ein Glücksbuch und kleine Zettelchen“, freut sich die Mutter immer noch über die guten Wünsche ihrer Kinder.
In der nächsten Woche will Sonja Schemmann ins Rathaus gehen und Bürgermeister Dietmar Brockmeyer besuchen. „Natürlich werde ich das Gespräch mit ihm suchen und mich auf den neuesten Stand bringen lassen“, sagt sie. Zu Hause ist bereits alles geregelt, ein Steuerberater kümmert sich um den finanziellen Part, eine Haushälterin unterstützt Sonja Schemmann, damit auch sonst alles seinen geregelten Gang geht. Bei vier Kindern, das jüngste ist zehn Jahre alt, und einem landwirtschaftlichen Betrieb muss alles organisiert sein. „Den Kindern ist klar, dass sie mich weniger sehen werden“, berichtet sie. Trotzdem stehe die ganze Familie zu ihr. „Die sind begeistert“, erzählt sie und Sohn Sebastian (20) nickt anerkennend den Kopf in Richtung seiner Mutter, die nun die erste Bürgerin der Gemeinde ist.
Die hat die Wahl „und zum Schluss auch den Kampf“ schon fast hinter sich gelassen. „Wahl ist Wahl, jetzt wird gearbeitet“, sagt sie und dass sie sich für die Sache einsetzen will. „Da spielt die Parteizugehörigkeit überhaupt keine Rolle.“ Auch die Opposition habe einen Wählerauftrag bekommen. „Der heißt: ,Arbeitet für Nordwalde'“. Und das wolle sie gerne zusammen, „und nicht gegeneinander“ mit allen Lokalpolitikern im Rat machen.
Zuerst wird sie sich nach Amtsantritt aber den Rathausmitarbeitern vorstellen. „Dort möchte ich auch meine Zielsetzungen deutlich machen.“ Danach werde sie alle Mitarbeiter noch einmal einzeln in ihren Büros aufsuchen.
Anschließend geht es an die Arbeit. „Das haben Sie alles schon gehört. Sportstätten, Ortskern und andere Dinge stehen auf der Tagesordnung.“ In Sachen Sportstätten werde sie schnell Kontakt mit dem Landrat aufnehmen, um die Möglichkeiten abzuwägen.
Und dann, es klingt so als seien ihr in der Wahlnacht tausend Steine vom Herzen gefallen, sagt sie: „Ich freu mich einfach drauf.“
Einen Wunsch, den sie sich auf die Fahne geschrieben hat, will sie möglichst schnell umsetzen. „Ich möchte im kommenden Jahr einen Auszubildenden in der Verwaltung einstellen und ab dann jedes Jahr.“ Über die Schwierigkeiten junger Leute, heute einen Platz in der Gesellschaft zu finden, muss man mit ihr nicht diskutieren. Bei vier Kindern weiß sie genau, was Sache ist. Diese Erfahrung kommt ihr sicher auch im Rat zugute. Manchmal ist es dort auch nicht anders, als in einer großen Familie.
Quelle: Westfälische Nachrichten
