„Wir wollen uns jährlich im Bereich der heimischen Landwirtschaft weiter informieren“, erklärt der Vorsitzende Hermann Henke, als er seine Parteifreunde und Hofbesitzer Alfons Hanhoff begrüßt.
Die Besichtigung des Betriebes Hanhoff ist die konsequente Fortsetzung des letzten Jahres, als man den Hof Otte genau unter die Lupe nahm. Beide Höfe stehen in enger Verbindung. Nicht nur geographisch. Vor drei Jahre haben sich die Nachbarn zur Hanhoff-Otte KG zusammengeschlossen, betreiben gemeinsam Milch- und Mastviehwirtschaft. „Die Idee kam uns beim Schützenfest“, erinnert sich Alfons Hanhoff und nennt den Grund für den Zusammenschluss: „Für mich war einfach wichtig, dass ich auch mal vom Hof weg kann, in Urlaub zum Beispiel“. Der staatlich geprüfte Landwirt führt die Christdemokraten an diesem stürmischen Mittwochnachmittag über sein gesamtes Hab und Gut.
Insgesamt nennt die Hanhoff-Otte KG 133 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche mit Getreide, Mais, Grünland und Ackergras, zirka 50 Kälber, 100 Kühe und 170 Bullen ihr Eigen. „Mein Betrieb ist der Sitz der Gesellschaft. Hier ist das Büro, von wo aus ich die Außenwirtschaft und Teile des Einkaufs überwache“, erzählt Alfons Hanhoff seinen Gästen. Bei Nachbar Christoph Otte hingegen finde „alles mit Kühen“ – sprich die gesamte Milchwirtschaft – statt, bei ihm werden die Kühe gemolken.
Wie die rund 15 an der Hofbesichtigung teilnehmenden CDUler mit eigenen Augen sehen konnten, hat aber auch Alfons Hanhoff Tiere in seinen Ställen. Er und Otte teilen sich die Arbeit auf. „14 Tage nach der Geburt kommen die Kälber von ihm zu mir. Ich übernehme die Anfütterung der Jungtiere“, beschreibt der Landwirt. Dass dies auf ganz modernem Wege und nicht mehr manuell geschieht, auch davon konnte sich die interessierte Gruppe vor Ort überzeugen. „Kälbertränke-Automat“ heißt die Anlage, aus der die Kälber in den ersten 72 Tagen vollautomatisch mit Milch angefüttert werden.
„Jedes Kalb bekommt am Tag bis zu 20 Intervalle Milch à eineinhalb Liter. Man nennt das ´Anrecht`“, erklärt Hanhoff. Um an das aufgelöste Milchpulver (ein Vollmilch-Ersatz) heranzukommen, müssen sich die Kälber in einen engen Gang begeben. „Der Sensor am Halsband der Tiere stößt in der Tränke an einen Kontakt. Von dort aus werden die Daten des Kalbes an seinen Computer übermittelt.“ Falls es laut Datenbank noch nicht alle 20 Tagesportionen Milch in Anspruch genommen hat, gebe die Anlage weitere eineinhalb Liter für das Kalb frei, so der Hofbesitzer abschließend.
Darüber hinaus stehen bei den Hanhoffs Zuchtbullen, darunter Fleckvieh aus Bayern, im Stall. „Das hier ist der Mastbereich“, zeigt Alfons Hanhoff den Unionsleuten die lange Stallreihe, aus der Dutzende von Bullen ihre großen Köpfe vorstrecken. „Die kaufe ich mit 150 Kilo und mäste sie. Bei etwa 750 Kilo werden sie mit Qualitätssiegel an Händler verkauft. Ohne dieses Siegel lässt sich heute kein Rind mehr veräußern“, erläutert der Landwirt.
Unter unzähligen lauten Muhs der soeben begutachteten Rinder setzt die CDU ihre Besichtigungstour zur letzten Station fort. Rund 100 Meter vom Hof entfernt, befinden sich 70 Hektar Mais. Um zu kontrollieren und seinen Besuchern zu veranschaulichen, wie der Maiswuchs ohne Unkrautbekämpfungsmittel ausfällt, hat Alfons Hanhoff ein so genanntes Spritzfenster angelegt. Das Ergebnis: In dem Areal tummelt sich mehr Unkraut als Mais. Unkrautbekämpfungsmittel sind für den Maisanbau unerlässlich.
Als Abschluss der Besichtigung blieb die Orts-CDU noch eine Weile auf dem Hof Hanhoff. Gemeinsam mit der Familie Hanhoff wurden gegrillt.
Quelle: Westfälische Nachrichten

